Ausgabe September 2026
- Eckpunkte der aktuellen Steuerreform der Bundesregierung
- Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung
- Programm für Aufschwung und Beschäftigung enthält Entlastungen bei den Berichtspflichten
- Gesetzentwurf zur Einführung einer Kassenpflicht
- Steuerfreie Ausschüttungen aus dem Einlagekonto
- 118 Staaten melden zum 30. September ausländische Kontodaten dem deutschen Fiskus
- Kein Werbungskostenabzug bei Nutzung des Privat-Pkw für Dienstreisen
- Gesetzlicher Zinssatz zur Kapitalwertberechnung lebenslanger Nutzungen und Leistungen verfassungsgemäß
Steuerfreie Dividenden
Dividendenausschüttungen einer Kapitalgesellschaft lösen im Regelfall Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuern aus. Es gibt allerdings auch steuerfreie Dividenden. Gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 Einkommensteuergesetz (EStG) gehören Bezüge nicht zu den steuerpflichtigen Einnahmen, soweit sie aus Ausschüttungen aus dem steuerlichen Einlagekonto einer Körperschaft stammen.
Das deutsche Körperschaftsteuergesetz stellt Rückzahlungen von Kapitalgesellschaften aus dem steuerlichen Einlagekonto nach § 27 Körperschaftsteuergesetz (KStG) steuerfrei.
Ein steuerliches Einlagekonto ist von jeder Aktiengesellschaft zu führen. Die Aktiengesellschaft bucht auf dieses Konto alle nicht in das Nennkapital der Körperschaft geleisteten Einlagen ihrer Aktionäre bzw. Anteilseigner.
Beispiele
In Deutschland haben in der Vergangenheit bekannte Konzerne wie die Deutsche Telekom Dividenden aus dem steuerlichen Einlagekonto gezahlt. Die Hauptversammlung entscheidet zwar über die Höhe der Ausschüttung, die steuerliche Zuordnung folgt jedoch einer gesetzlichen Verwendungsreihenfolge (§ 27 Abs. 1 Satz 3 KStG), wonach die steuerfreie Einlagenrückgewähr erst greift, wenn der ausschüttbare Gewinn vollständig aufgebraucht ist.
Minderung der Anschaffungskosten
Zahlungen aus dem steuerlichen Einlagekonto mindern die Anschaffungskosten bzw. den Buchwert der Beteiligung an der leistenden Kapitalgesellschaft.
Werden die Anteilscheine veräußert, erhöht sich der abgeltungsteuerpflichtige Gewinn bzw. es verringert sich der steuerliche Verlust. Die Steuervorteile werden somit wieder neutralisiert.
Stand: 02. September 2026
Erscheinungsdatum:
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